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Sicherungstechnik

Sicherungstechniken 

Rücklaufsperren

Rücklaufsperren finden Anwendung beim Einsatz von Flaschenzügen (Seilbahn, Spaltenbergung). Sie sollen einen Rücklauf des Seils auf der Lastseite verhindern. In der Bergwacht Sachsen werden die Gardaklemme, die Karaacht, Steigklemmen und die Minitraxion verwendet. Bei Gardaklemme und Karaacht ist ein Lösen der Rücklaufsperre unter Last bzw. bei leichter Entlastung nicht möglich. Steigklemme und die Minitraxion kann man bei geringer Entlastung wieder lösen. Dabei ist auf genügend Sicherheit (Hintersicherung) zu achten.

Gardaklemme

Die Gardaklemme ist eine Seilrücklaufsperre, die sich unter Last nicht lösen lässt. Deshalb muss in jedem Fall eine Entlastungsmöglichkeit vorhanden sein oder vorbereitet werden. Für die Gardaklemme werden zwei Karabiner ohne Verschlusssicherung (keine Schraub- oder Twistlockkarabiner verwenden!) gleicher Größe und Bauart parallel mittels einer Seilschlinge und Ankerstich in den Fixpunkt eingehängt. Der Ankerstich gewährleistet die parallele Lage und die Klemmwirkung der Karabiner. Das Seil wird von der Lastseite her in beide Karabiner eingehängt. Danach wird es um beide Karabiner zurück auf die Lastseite geführt und nochmals in den lastseitigen Karabiner eingeklinkt. Das Zugseil liegt danach zwischen beiden Karabinern und wird bei Belastung einge¬klemmt.

Karaacht

Der Vorteil der Karaacht besteht darin, dass sie sehr Seil schonend ist. Es werden eine Abseilacht und ein Karabiner benötigt. Das Seil wird zuerst wie beim Abseilen in die Abseilacht eingelegt. In die kleine Öffnung der Abseilacht wird ein Karabiner eingehängt. Anschließend werden zuerst der Zugstrang und dann der Laststrang in den Karabiner umgehängt. Alternativ zum klassischen Aufbau lässt sich diese Rücklaufsperre auch mit zwei Karabinern aufbauen. Dazu werden zwei Karabiner ineinander gehängt. Die Seilschlaufe wird durch den unteren Karabiner gezogen und über den oberen Karabiner (der die Funktion der kleinen Öffnung der Abseilacht und des Karabiners vereint) gelegt. Anschließend werden die Seilstränge analog der Karaacht in den oberen Karabiner umge¬hängt.

Steigklemme

Eine Steigklemme stellt, besonders in Verbindung mit einer Seilrolle, eine sehr reibungsarme Variante der Rücklaufsperre dar. Das Seil wird dabei über eine feste Seilrolle umgelenkt. An der Zugseite wird das Seil nun in die Steigklemme (Richtung beachten) eingelegt. Diese wird mit einem Karabiner in die Seilrolle eingehängt. Eine statische Belastung an der Steigklemme über 5,5 kN ist nicht zulässig.

Minitraxion

Die Minitraxion ist eine Kombination aus einer Rolle und einer Seil¬klemme. Sie arbeitet sehr reibungsarm und ist für Seile mit Durch¬messern von 8 -13 mm zugelassen. Das Seil wird entsprechend der Abbildung auf dem Gerät eingelegt. Hierbei ist besonders auf die Zugrichtung zu achten. Zum Fixieren der Minitraxion dürfen nur Ovalkarabiner verwendet werden. Eine statische Belastung an der Seilklemme über 5,5 kN ist nicht zulässig.

Bergwachspezifische Sicherungsmittel

Rettungsdreieck

Das Rettungsdreieck ist ein zum Abseilen einsetzbarer Rettungsgurt zur Personenrettung (zum Klettern bzw. als Ersatz für einen Gurt des Berg¬retters darf es nicht verwendet werden). Es ist für Erwachsene und Kinder gleichermaßen geeignet und schnell und einfach anzulegen. Das Rettungsdreieck verfügt über drei unterschiedliche Halteschlaufen¬varianten, die entsprechend farblich gekennzeichnet sind. Über diese Halteschlaufen erhält man eine Anpassung des Rettungsdreiecks an die Körpergröße. Es ist zwingend darauf zu achten, dass immer nur drei Schlaufen gleicher Farbe mit einem Karabiner verbunden werden. Dieser Karabiner wird in das zur Rettung vorgesehene Last- bzw. Sicherungs¬seil eingehängt.

Faserseilwinde

Für die Anwendung der Faserseilwinde hat der Hersteller ein umfangrei¬ches Nutzerhandbuch erstellt, in welchem die Bedienung sehr detailliert dargestellt ist. Deshalb wird hier auf eine separate Beschreibung der Faserseilwinde verzichtet und auf das Benutzerhandbuch verwiesen. Die Inhalte dieses Nutzerhandbuches sind Grundvoraussetzung zur Bedie¬nung der Faserseilwinde und von einem Bergretter zu beherrschen.