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Winterrettung

Rettungsmethoden Winterrettung

  • Einsätze mit dem Ackja
    Der Ackja ist ein ca. 2 m langer, ca. 55 cm breiter, aus Aluminiumblech gefertigter Rettungsschlitten.
    Beim Pisteneinsatz sollte jeder Ackja mit einer standardmäßigen Mindestausrüstung bestückt werden.
    Zusätzliche Ausrüstung, die im Ackja oder im Rucksack der Bergretter mitgeführt werden muss, ergibt sich aus der jeweiligen Einsatzsituation, der Geländebeschaffenheit und dem vorliegenden Verletzungsmuster des Patienten. Mindeststandardausrüstung:
    • Schutzsack
    • Polsterung
    • Vakuummatratze
    • Absaugpumpe
    • 3 Decken
    • Vakuumbeinschiene / Vakuumarmschiene
    • HWS Immobilisationskragen
  • Transport des Ackja zur Einsatzstelle (Aufstieg mit dem Ackja)
    Bei kürzeren Aufstiegen im flachen Skigelände kann der Ackja in zusammengebauter Form direkt zur Einsatzstelle gezogen werden. Dabei ist es von Vorteil, wenn die Bergretter ihre gesamte Skiausrüstung auf dem Ackja ablegen und mit den Haltegurten fixieren.
    Eine Mannschaft sollte dann aus mindestens drei Bergrettern bestehen.Transport mit dem Motorschlitten
  • Transport mit dem Motorschlitten
    Der Ackja sollte nur auf dafür vorgesehenen, am Motorschlitten angehängten Transportschlitten transportiert werden.
  • Transport des Ackja auf Liftanlagen
    In Sachsen werden drei Arten von Skiliften unterschieden. An flachen kurzen Hängen werden oft Liftanlagen mit an Spannseilen eingehängten Bügeln eingesetzt. Hier kann kein Transport des Rettungsschlittens an der Anlage erfolgen. Bei so genannten „Tellerliften“ kann ebenfalls kein Transport des Rettungsschlittens erfolgen, weil der Schlitten lediglich vom Bergretter hinterher gezogen werden kann, was den erforderlichen Sicherheitsbestimmungen nicht entspricht. Bei Sesselliften kann nach Anhalten der Liftanlage der Rettungsschlitten über die Sessel gelegt und mit Reepschnüren gesichert werden. Ein Bergretter kann den Schlitten begleiten. Am Ausstieg wird der Lift wieder angehalten und der Schlitten entnommen. Die im Einsatzgebiet der Bergwacht Sachsen häufigste Form der Liftanlagen sind Schlepplifte (Ankerlifte).
  • Sichern des Ackja
    Da der Ackja über kein eigenes Bremssystem verfügt, ist es zwingend notwendig, ihn gegen unbeabsichtigtes Wegrutschen zu sichern. Dies erreicht man bei ausreichender Schneeauflage durch das Einstecken zweier Ski zwischen das hintere und vordere Holmpaar.
  • Einsatznachbereitung
    Es ist obligatorisch, dass der Ackja nach dem Einsatz auf seine Vollstän¬dig¬keit überprüft und verbrauchte Materialien aufgefüllt werden. Nass gewordene Decken und Schutzsäcke sollten sofort ausgetauscht werden. Es ist selbstverständlich, dass jeder Patient mit trockener, einwandfreier Ausrüstung versorgt werden kann!
  • Einsätze mit dem Toboggan
    Der Toboggan besteht aus einem flachen, aus Sperrholz gefertigten Brett, welches an der Vorderseite hochgebogen ist, um ein Vorankommen im Schnee zu ermöglichen. An der Unterseite des Sperrholzbrettes sind Kufen angebracht, die aus Kunststoff oder Metall gefertigt sein können. Am Vorderteil befinden sich zwei aus Holz gefertigte Holme, die jeweils mit einer Handschlaufe versehen sind. Auf der Oberseite (Liegefläche) des Toboggan sind Befestigungsösen angebracht, an denen der Bergesack befestigt werden kann.
    In der Bergwacht Sachsen existieren zwei verschiedene Formen des Toboggans. Die Standardform ist mit starren Holmen ausgestattet. Eine weitere Form verfügt über bewegliche Holme.
  • Standardausrüstung
    Neben der situationsbedingten zusätzlichen Ausrüstung ist folgende Mindeststandardausrüstung ist bei Einsätzen mit dem Toboggan erforderlich:
    • Schutzsack
    • Polsterung
    • Vakuummatratze
    • Absaugpumpe
    • 3 Decken
    • Vakuumbeinschiene/ Vakuumarmschiene
    • HWS Immobilisationskragen
  • Transport mit dem Motorschlitten
    Der Toboggan darf in seiner „Normalausführung“ nicht als Anhänger am Motorschlitten transportiert werden. Ist der Toboggan nach einem speziellen Umbau mit einer Deichsel versehen, kann er an den Motorschlitten angehängt werden und als angehängter Rettungsschlitten bzw. Transportschlitten (z. B. für den Ackja) genutzt werden.
  • Fahrten mit dem Toboggan:
    Der Toboggan ist ein besonders leichter Rettungsschlitten für den Ein-Mannbetrieb in leichtem bis steilem Skigelände. Auch bei diesem Rettungsgerät wird zwischen verschiedenen Fahrtechniken unterschieden:
    • Parallelschwünge im leichten bis mittelsteilem Skigelände
    • Schneepflug (Stemmbogen) im mittelsteilen bis steilem Skigelände
    • Abrutschen im steilen Skigelände Bei Fahrten mit dem Toboggan muss genauso wie bei Fahrten mit dem Ackja oder der Pulka eine Sicherungsleine (Reepschnur) getragen werden. Diese wird direkt am Toboggan und nicht an den Holmen befestigt. Damit ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet wird, kann bei schwierigen Pistenverhältnissen ein zusätzliches Sicherungsseil an den hinteren Befestigungsösen angebracht werden, welches von einem zweiten Bergretter straff gehalten und der Toboggan dadurch zusätzlich gesichert wird.
  • Sichern des Toboggan
    Da der Toboggan, ebenso wie Ackja oder Pulka, über kein eigen¬ständiges Bremssystem verfügt, ist es zwingend notwendig ihn gegen unbeabsichtigtes Wegrutschen zu sichern. Dies erfolgt analog der Sicherung des Ackja. Nach einem Einsatz mit dem Toboggan ist ebenso wie nach einem Einsatz mit dem Ackja zu verfahren.
    Seit einigen Jahren werden Pulkas nun auch in den Winterbereitschaften der Bergwacht Sachsen eingesetzt und zählen dort zu den modernsten Rettungsschlitten im Pisteneinsatz.
  • Aufbau der Pulka
    Als Grundform dient eine mit Glasfaser verstärkte Polyethylenschale, die am Kopfteil kapuzenförmig ausgearbeitet ist, um dem Patienten zusätzlich Schutz zu bieten. Die Polyethylenschale ist so konzipiert, dass auch sehr große Patienten bequem darin gelagert werden können. An der Unterseite befinden sich Kufen, ebenfalls aus Polyethylen und Aluminiumkanten, die für zusätzliche Stabilität im Schnee- und Eisgelände sorgen.
  • Standardausrüstung
    Beim Pisteneinsatz sollte jede Pulka über eine Standardausrüstung verfügen. Weiterführende Ausrüstungsgegenstände, die in der Pulka oder dem Rucksack der Bergretter zur Einsatzstelle mitgeführt werden müssen, ergeben sich aus der vorliegenden Einsatzsituation. Mindeststandardausrüstung:
    • Polsterung
    • Vakuummatratze
    • Absaugpumpe
    • 3 Decken
    • Vakuumbeinschiene/ Vakuumarmschiene
    • HWS Immobilisationskragen
  • Transport mit dem Motorschlitten
    Ist eine Pulka mit dem Motorschlitten zu transportieren, ist dies nur mit der dafür zugelassenen Zugeinrichtung gestattet. Die Pulka in Verbindung mit der zugelassenen Deichsel zählt als zugelassenes Rettungsmittel für den Patiententransport mittels Motorschlitten. Wird die Pulka nur streckenweise mit dem Motorschlitten transportiert, beispielsweise zum Ausgangspunkt einer Piste von wo aus im Handbetrieb weiter gefahren wird, ist das Gestänge während des Transportes so anzubringen, dass keinerlei Gefahr von ihm ausgeht.
  • Fahrten mit der Pulka
    Die Pulka vereint die Vorteile von Ackja und Toboggan. Außerdem kann man mit ihr auch den Patiententransport mittels Motorschlitten durchführen. Das Fahren mit der Rettungspulka erfordert einiges an Übung, doch gerade im mittelsteilen Skigelände ist der schonende Patiententransport durch ein eingespieltes Team sehr gut möglich. Im steilen, vereisten Skigelände ist nach Möglichkeit der Ackja zum Patiententransport zu wählen, weil er auf Grund seiner Bauweise bessere Fahreigenschaften im steilen Gelände besitzt. Im Regelfall ist die Pulka analog dem Ackja von zwei Bergrettern zu fahren
    Bei Fahrten mit der Pulka werden drei grundlegende Fahrtechniken unterschieden, die denen mit dem Ackja analog sind:
    • Parallelschwünge im leichten bis mittelsteilem Skigelände
    • Schneepflug (Stemmbogen) im mittelsteilen bis steilen Skigelände
    • Abrutschen im steilen Skigelände
  • Sichern der Pulka
    Da die Pulka, genauso wenig wie Ackja oder Toboggan, über ein eigenständiges Bremssystem verfügt, ist es zwingend notwendig, sie gegen unbeabsichtigtes Wegrutschen zu sichern.
    Dies erreicht man bei ausreichender Schneeauflage durch das Einstecken zweier Ski zwischen das vordere und hintere Gestängepaar.
  • Einsatznachbereitung
    Nach dem Einsatz der Pulka ist es obligatorisch, dass sie überprüft und verbrauchtes Material aufgefüllt wird sowie nasse Ausrüstungsgegenstände getrocknet werden.
  • 3.2.4. Behelfsmäßige Bergrettung im Winter Bei der behelfsmäßigen Bergrettung werden nur Ausrüstungsgegen¬stände verwendet, die beim Bergsteigen, Skitourengehen o. ä. mitgeführt werden. Im Gegensatz zur planmäßigen oder organisierten Bergrettung muss der Helfer ohne spezielle Rettungsmittel auskommen. Die behelfs¬mäßige Bergrettung wird meist zur Kameradenrettung eingesetzt.
  • Behelfsmäßige Beinschienung
    Die nachfolgend dargestellte Möglichkeit zur Beinschienung erfüllt nahezu die gleichen Kriterien wie die Bergwachtstreckschiene, es kann sogar eine leichte Extension (Streckung) erreicht werden. Voraussetzung für diese Schienung ist festes Schuhwerk des Verletzten (Bergschuhe, Skitourenstiefel), da die verwendeten Schnüre ansonsten die Blutzirkulation einschränken können.
  • Biwaksackschlitten
    Mit dieser Methode lässt sich ein Behelfsschlitten mit einem sehr geringen Materialaufwand in extrem kurzer Zeit aufbauen. Dazu benötigt man einen Biwaksack, 3 lange Schlingen, 5 Karabiner, Polstermaterial (Isomatte, Kleidung, Schlafsack, etc.).
  • Biwacksacktrage / Stocktrage
    Für diese Methode zum liegenden Transport eines Patienten benötigt man einen Zweimannbiwaksack und zwei Paar Skistöcke. Der Biwaksack wird ausgebreitet, die Skistöcke rechts und links des mittleren Biwaksackdrittels überlappend aufgelegt und die äußeren Seiten des Biwaksackes nach innen geschlagen. Nun wird der Patient auf der Trage gelagert. Zum Transport sind sechs Personen erforderlich, an jeder Ecke eine und in der Mitte der Längsseiten je eine weitere.
  • Seilsitz
    Es gibt verschiedene Varianten, um aus Seilmaterial Notsitze zu bauen. Diese Seilsitze dienen primär dazu, einen Leichtverletzten (Knie-, Unterschenkelverletzungen) über kurze Strecken zu transportieren. Diese Methoden sollten nur als absolute Notlösung eingesetzt werden, da sie für den Retter extrem kraftaufwendig und für den Verletzten extrem unbequem sind. Allen Methoden ist gemein, dass ein aufgenommenes Seil als Tragesitz für den Patient dient. Es gibt sowohl Einhelfermethoden als auch Zweihelfermethoden.