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Selbsthilfeboxen

10 Jahre Patenschaften für Selbsthilfeboxen in der Sächsischen Schweiz

Vor 10 Jahren tauchten sie erstmals auf, die grünen Schilder an den Selbsthilfeboxen. Die Selbsthilfeboxen werden von vielen einfach Box oder Bergungsbox genannt. Nicht jedem gefielen diese Schilder, einzelne fühlten sich durch diese sogar belästigt. Es war ein verzweifelter Versuch, das Überleben der inzwischen seit einem halben Jahrhundert existierenden Selbsthilfeboxen mit Erste Hilfe Material in der Sächsischen Schweiz zu erhalten. Keiner wusste zu diesem Zeitpunkt, wie die Mittel für die immer dringender werdenden Instandhaltungen aufgebracht werden sollten.
So gingen die engagierten Betreuer der Bergungsboxen einen neuen, in andern Bereichen vielfach angewendeten Weg. Sie suchten nach "Paten", die die Finanzierung der Bergungsboxen übernehmen wollten. Tatsächlich fanden sich viele Einzelpersonen und Gruppen, die bereit waren die Finanzierung zu Unterstützen. Es handelte sich um Bergsteiger, Wanderer, Familien, Kletterklubs und Firmen. Bald hatte fast jede Bergungsbox ihren symbolischen "Paten".
Im Jahre 2003 wurden durch die "Paten" insgesamt 1780 € gespendet, 2012 waren es immer noch 755 €. Durch diese finanzielle Unterstützung war es in den letzten 10 Jahren möglich, viele desolate Bergungsboxen gegen neue auszutauschen. Außerdem konnten in der Sächsischen Schweiz alle Bergebretter gegen Tragen ausgetauscht werden.
Die zum Teil bereits in den 60er Jahren beschafften Bergebretter entsprachen nicht mehr den technischen Anforderungen an ein Rettungsmittel. Auch konnten die Forderungen erfüllt werden, nur noch Erste Hilfe Material in den Bergungsboxen bereitzustellen, welches das vom Hersteller vorgegebenen Verfallsdatum noch nicht erreicht hatte.
Manchen Helfer schmerzt es noch heute, das noch optisch hervorragende Material zu entsorgen, doch die gesetzlichen Forderungen müssen hier unbedingt eingehalten werden. Die gespendeten Gelder werden für alle Bergungsboxen je nach Dringlichkeit eingesetzt. Sie werden für die Beschaffung der notwendigen Materialien und für die Erstattung der Fahrgelder verwendet. Die Zeit für die notwendigen Arbeiten zweigen die Betreuer der Boxen von Ihrer knappen Freizeit ab. Schließlich sind sie wie alle Angehörigen der Bergwacht in das Dienst- und Ausbildungsgeschehen voll mit eingebunden.
Einen großen Dank an alle "Paten", die durch Ihre Spenden das Überleben der Bergungsboxen in den letzten Jahren mit jährlichen Beträgen zwischen 15€ und 100€ möglich gemacht haben. Ein noch größerer Dank gebührt natürlich all jenen die weiterhin mit Ihren Spenden den Fortbestand sichern. Aber auch neue Paten werden noch gesucht.
So sind zurzeit die folgenden Boxen ohne eine "Patenschaft":
Begangsteiggriff;
Heringsgrund;
Goldstein;
Riegelhof; 
Rauensteinturm

Es sind noch einige Bergungsboxen im Gebirge aufgestellt, die in den nächsten Jahren dringend getauscht werden müssten. Aber auch der ständige Wechsel der ablaufenden Materialien erfordert nicht unerhebliche Mittel.
Schaut euch doch bei eurer nächsten Kletter- oder Wandertour einmal die grünen Schilder, auf denen die Spender namentlich genannt werden, an einer Bergungsbox an und überlegt, wenn an einer Box kein Schild ist, ob ev. der Name eures Klubs dort hin passen würde.
Jeder Bergfreund kann durch einen wachsamen Blick auf unsere Boxen zu deren Erhalt beitragen. Festgestellte Mängel könnt ihr unter der email Adresse Bergungsbox@gmx.de melden. In der Hoffnung, dass ihr die Bergungsboxen nie benötigt, arbeiten wir weiter am Erhalt dieser in Deutschland einmaligen, Einrichtungen.
Wido Woicik
Bergwacht Sachsen
Abschnitt Sächsische Schweiz

18. September 2013 09:53 Uhr. Alter: 4 Jahre