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Sachsens Bergretter - Winterprüfung in Oberwiesenthal

Schnee, Schweiß und Kunstblut am Fichtelberg - In der Fachprüfung „Winterrettung“ stellten 14 Kameradinnen und Kameraden der DRK Bergwacht Sachsen Ihr Können unter Beweis.

Herz-Lungen-Wiederbelebung an der Rettungspuppe im Tiefschnee

Sorgfältiges Verstauen des Patienten auf dem Rettungsschlitten

Sicheres Berherrschen der Abfahrtechnik während des Transportes ist ein Muss

PRESSEMITTEILUNG

Dresden, 14.03.2016

Am Wochenende, des 12. und 13. März fand die Fachprüfung „Winterrettung“ der DRK Bergwacht Sachsen im Oberwiesenthaler Skigebiet statt. Insgesamt 14 Kandidaten aus den Bergwachten Klingenthal, Johanngeorgenstadt, Meißen, Holzau und Oberwiesenthal stellten sich dieser anspruchsvollen zweitägigen Aufgabe.

Thomas Eckert, hauptamtlicher Fachreferent der DRK Bergwacht betont: „Trotz des hohen Anspruchs der Prüfung und der extremen Witterung, zeigten unsere Bergretter solide bis sehr gute Leistungen. Zehn bestanden auf Anhieb. Das ist ein klasse Ergebnis“. Damit können die Kameradinnen und Kameraden auch zukünftig alleinverantwortlich reale Einsätze in der Winterrettung bewältigen. Weitere vier Kandidaten müssen einen Prüfungsteilbereich wiederholen.

Die körperliche Fitness musste u.a. in der Disziplin Skilanglauf – 5km in 30 Minuten bestätigt werden. Die alpine Skitechnik der Kandidaten wurde durch die Prüfer ebenso bewertet, wie die Qualität und Schnelligkeit der Erste-Hilfe-Maßnahmen. Der anschließende Abtransport der Patienten mit Rettungsschlitten war gleichsam Bestandteil der Prüfung.

Die Organisatoren der Bergwacht Oberwiesenthal legten bei der Vorbereitung der einzelnen Stationen den Fokus auf realitätsnahe Unfallszenarien. Zu den anspruchsvollen Fallbeispielen gehörte z.B. die Versorgung einer Langläuferin mit Kreislaufproblemen, welche im Verlauf einen Herzkreislaufstillstand erleidet. Die Kandidaten mussten dabei das sichere Beherrschen der Herzlungenwiederbelebung mit Anwendung eines Laiendefibrillators demonstrieren. An den beiden anderen Stationen galt es ein verunfalltes Kind mit einer Schädelverletzung und eine gestürzte Skifahrerin mit einem Wirbelsäulentrauma fachgerecht zu behandeln.

Den Höhepunkt des Prüfungswochenendes bildete das komplexe Einsatzszenario am Sonntag. In zwei Einsatzgruppen von je sieben Personen galt es einen komplexen Einsatzablauf abzuarbeiten. Von der Alarmierung durch die Rettungsleitstelle, der Wahl der richtigen Taktik, der Navigation zum Unfallort bis hin zur Verletztenversorgung und Rettung mit anschließender Übergabe an den angeforderten Notarzt, musste diese Aufgabe in einer angemessenen Zeit realisiert werden.

Hintergrundwissen

Der Fachprüfung geht eine mindestens zweijährige Ausbildungszeit voraus, in der neben den notfallmedizinischen Grundlagen auch Kenntnisse in Seil- und Sicherungstechnik sowie verschiedene Rettungsmethoden erlernt wurden. Die Arbeit der Bergwacht ist ehrenamtlich organisiert. Die Ausbildung eines Anwärters umfasst 350 Stunden praktischer und theoretischer Ausbildung. In regelmäßigen Abständen Zwischenprüfungen abgelegt werden.

Die DRK Bergwacht Sachsen ist dem Rettungsdienst zugeordnet. Sie übernimmt, in unwegsamem Gelände und im Gebirge die Rettung und medizinische Versorgung von Bergsteigern, Wanderern, oder Skifahrern. Dafür ist sie in 19 Bergwachtbereitschaften in den einzelnen Abschnitten „Zittauer Gebirge“, „Sächsische Schweiz“, „Osterzgebirge“ sowie „Westerzgebirge-Vogtland“ aufgeteilt. Die ca. 400 aktiven Einsatzkräfte der Bergwacht Sachsen haben im Jahr 2015 über 500 Einsätze absolviert. Insgesamt sind dabei rund 50000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet worden.

Nähere Informationen finden sie auf: www.bergwacht-sachsen.de

Für Rückfragen:
Zur Prüfung wenden Sie sich bitte an Anton Porstmann/ Andreas Böhme von der DRK Bergwacht Oberwiesenthal unter 0162/4263765. Zu allgemeinen Fragen zur Bergwacht gibt der Landes-Referent der Bergwacht Sachsen, Thomas Eckert (0351/4678-116) Auskunft.

14. März 2016 17:54 Uhr. Alter: 1 Jahre