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Projektdaten INTERREG IIIA 2006 bis 2008

Laufzeit

20 Monate (Nov 2006 - Juni 2008)

Projektgebiet

Euroregion Elbe-Labe,

Einsatzgebiet der BW Sachsen

Projekteinordnung

Humanressourcen / Netzwerk,

Sicherheit

Kooperationspartner

DRK Kreisverbände,

Landratsämter und Kommunen,

Horská Slu¾ba,

Bundespolizei,

Nationalpark Sächsische Schweiz

Projektziele

Nur durch eine schnelle Rettung und Versorgung sowie einen qualifizierten Transport der Verunfallten können Leben gerettet oder bleibende gesundheitliche Schäden verhindert werden. Ziel eines jeden Rettungsdienstes ist es daher, jeden Einsatz mit der größtmöglichen Effizienz durchzuführen. Da sich die bodengebundene Bergrettung jedoch auf Grund des unwegsamen Geländes der Mittelgebirge als sehr zeitaufwendig erweist, hat sich die Bergwacht Sachsen die Aufgabe gestellt, im Hinblick auf die Reduzierung der Einsatzzeiten nach neuen Lösungswegen zu suchen.

Mit einer computergestützten Routingsoftware, die den spezifischen Anforderungen der Bergrettung gerecht werden soll, plante die Bergwacht Sachsen in dem EU Projekt zur "Optimierung der Rettungsabläufe in den sächsisch-tschechischen Mittelgebirgen" die Verwirklichung dieser Herausforderung. Für diesen Projektschwerpunkt galt es

  • alle relevanten Zugangswege außerhalb des öffentlichen Straßennetzes im sächsisch-tschechischen Einsatzgebiet entsprechend ihrer Befahrbarkeit zu klassifizieren,
  • das erarbeitete Kartenmaterial zu digitalisieren,
  • ein spezielles Routingsystem zu entwickeln, das für einen Bergwachteinsatz den optimalsten Rettungsweg ermittelt sowie abschließend
  • grenzüberschreitende Test- und Rettungsübungen mit dem neu entwickelten Routingsystem durchzuführen.

Im Zuge der offenen Grenzen zwischen Deutschland und Tschechien konnte vor allem auch der Mittelgebirgsraum einen stark zunehmenden Tourismus verzeichnen. Die potentielle Gefahr von Unfällen stieg dadurch merklich an. Da der Bergrettungsdienst jedoch bei notwendig gewordenen Rettungseinsätzen oft auf die Mithilfe und die Akzeptanz der Bevölkerung angewiesen ist, liegt das Augenmerk des zweiten Projektschwerpunktes auf der

  • umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung der Bevölkerung,
  • Sensibilisierung der Bevölkerung für die Arbeit der Bergwacht,
  • Prävention zur Vermeidung von Unfällen,
  • Gewinnung von ehrenamtlichen Mitgliedern sowie
  • Nachwuchsförderung.

Eine relativ einheitliche und qualitativ hochwertige grenzüberschreitende Bergrettung durch die Bergwacht Sachsen und den Bergrettungsdienst Horská Slu¾ba ist nur auf der Basis einheitlicher Rahmenbedingungen realisierbar. Die Eckpfeiler einer gleichberechtigten Zusammenarbeit bestehen in einer

  • Optimierung der technischen Kompatibilität,
  • einer Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit und dem Abbau von Sprachbarrieren sowie
  • einer einheitlichen Schulung des Bergwachtpersonals nach dem neuesten Stand der medizinischen und technischen Kenntnisse.

Entsprechend den umfangreichen Zielstellungen des durch die Europäische Union geförderten Projekts zur "Optimierung der Rettungsabläufe für das Einsatzgebiet der Bergwacht Sachsen in den sächsisch-tschechischen Mittelgebirgen" erfolgte eine Gliederung der Themengebiete in drei Projektschwerpunkte

  • 1. Schwerpunkt : Erstellung Routingsystem
  • 2. Schwerpunkt : Öffentlichkeitsarbeit / Aufklärung
  • 3. Schwerpunkt : Teilnehmerqualifizierung / Erfahrungsaustausch

Auf dem 1. Projektschwerpunkt, der Erstellung des Routingsystems, lag das Hauptaugenmerk des Projektes. Dieser Projektschwerpunkt sollte durch den gesamten Projektzeitraum hindurch realisiert werden und mehr als die Hälfte der geplanten Gesamtausgaben umfassen.

Für den Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung wurden umfangreiche Ausgaben für Anschaffungsgüter und das Erstellen von Informationsmaterialien geplant. In der Projektverteilung nimmt der 2. Projektschwerpunkt ein gutes Viertel des Gesamtbudgets ein.

Bei der Teilnehmerqualifizierung und dem Erfahrungsaustausch plante der Projektträger die Organisation von mehreren Veranstaltungen, die Neustrukturierung der Bergwachtausbildung und die Überarbeitung des Lehrbuches.

Die Bergwacht Sachsen beabsichtigte, im Verlauf der Projektumsetzung ungefähr 650 Personen zu erreichen. Bei dieser Zielgruppe handelt es sich vorwiegend um die ehrenamtlich tätigen Kameradinnen und Kameraden der Bergwacht Sachsen. Darüber hinaus sollten die haupt- und ehrenamtlichen Kameraden des Horská Slu¾ba und im Zuge der öffentlichkeitswirksamen Großveranstaltungen auch möglichst viele externe Personen erreicht werden.

Projektumsetzung

1. Schwerpunkt: Erstellung Routingsystem

1.1. Kartierung der Zugangswege

Die Kartierung der Zugangswege im Einsatzgebiet der Bergwacht Sachsen war die Voraussetzung für die Entwicklung des Routingsystems. Die Grundlage der Kartierung bildeten 94 topographische Karten (TK10), die den Bereitschaften für ihre Einsatzgebiete vom DRK Landesverband zur Verfügung gestellt wurden.

Alle für die Bergrettung relevanten Zugangswege, von denen die Kategorie nicht eindeutig bekannt war, wurden durch Mitglieder der verschiedenen Bereitschaften abgelaufen bzw. abgefahren. Die in den topographischen Karten (TK10) eingetragenen Wege wurden nach einem einheitlich vorgegebenen System durch farbiges Kennzeichnen einer Kategorie zugeordnet (vergleiche dazu Tabelle 1).

Die Grenzübergangsstellen wurden ebenfalls in Übereinstimmung mit den Wegen kategorisiert. Die an den Grenzübergangsstellen befindlichen Hindernisse (z. B. Schranke, Steinblöcke) wurden in einer gesonderten Liste erhoben.

Der Projektträger erwarb im Rahmen des EU-Projektes den Motorschlitten Lynx Yeti, der ebenfalls bei der Kategorisierung des Wegenetzes unter Winterbedingungen zum Einsatz kam. Die Bereitschaften konnten mit dem Motorschlitten bei geschlossener Schneedecke die Zufahrtswege ermitteln und klassifizieren.

Die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden der einzelnen Bereitschaften der Bergwacht Sachsen führten unter Anleitung des Projektassistenten die Kategorisierung der Wege auf separaten Karten für Sommer- und Winterbedingungen nahezu flächendeckend für das gesamte Einsatzgebiet durch.

Die Kategorisierung des Wegenetzes auf tschechischem Gebiet sollte durch den Horská Slu¾ba abgesichert und dem DRK Landesverband zur Digitalisierung zugearbeitet werden. Auf Grund von Schwierigkeiten bei der Bereitstellung von geeignetem Kartenmaterial sowie durch Kapazitätsprobleme beim Horská Slu¾ba konnte eine Kategorisierung der Wege im tschechischen Einsatzgebiet noch nicht erfolgen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um das Routingsystem grenzüberschreitend einsetzen zu können.

Tabelle 1: Grafik zur Kategorisierung der Befahrbarkeit durch farbliche Kennzeichnung in der TK 10

Kategorie S1 / W1 (Sommer / Winter 1) :

Befahrbar mit Straßenfahrzeug ohne Allrad

(Rettungstransportwagen / Notarztwagen)

Farbe in Karte: dunkelgrün


Kategorie S2 / W2 (Sommer / Winter 2) :

Befahrbar mit normalem Allradfahrzeug

(VW T4)

Farbe in Karte: hellgrün

Grafik zur Kategorisierung der Befahrbarkeit durch farbliche Kennzeichnung in der TK 10

Kategorie S3 / W3 (Sommer / Winter 3) :

Befahrbar mit Geländewagen

(Nissan Patrol)

Farbe in Karte: gelb

Grafik zur Kategorisierung der Befahrbarkeit durch farbliche Kennzeichnung in der TK 10

Kategorie S4 / W4 (Sommer / Winter 4) :

Befahrbar mit All Terrain Vehicle (Quad / Motorschlitten)

Farbe in Karte: blau

Grafik zur Kategorisierung der Befahrbarkeit durch farbliche Kennzeichnung in der TK 10

Kategorie S5 / W5 (Sommer / Winter 5) :

Nicht befahrbar (nur zu Fuß begehbare Abschnitte)

Farbe in Karte: schwarz / ohne Farbe

Grafik zur Kategorisierung der Befahrbarkeit durch farbliche Kennzeichnung in der TK 10

Kategorie Barriere:

Nicht befahrbar, nicht begehbar, (Geländestrukturen die auch zu Fuß nicht ohne größeren Aufwand zu überwinden sind z. B. Felsriffe, größere Gewässer)

Farbe in Karte: rot

Grafik zur Kategorisierung der Befahrbarkeit durch farbliche Kennzeichnung in der TK 10

1.2. Digitalisierung / Datenverarbeitung mit GIS

Auf der Grundlage der digitalen topographischen Karten 1:10000 des Landesvermessungsamtes Sachsen wurden nahezu alle Wege im Einsatzgebiet der Bergwacht Sachsen digitalisiert und als vektororientierte Daten in einem GIS-Format (Linien-Shape) gespeichert. GIS ermöglicht eine Koppelung von Geometrie- und Sachdaten.

Die entsprechend den Anforderungen der Bergwachtfahrzeuge kartierten Wegequalitäten wurden als Attribute, neben Weiteren, den digitalen Wegsegmenten zugefügt. Das Wegenetz wurde mit dem Straßennetz des Basis DLM (digitales Landschaftsmodell) des Landesvermessungsamtes Sachsen komplettiert.

In einem Datenbankmanagementsystem (DBMS) können Geometrie- und Sachdaten verwaltet und gezielt abgefragt werden.

Weitere Themen ergänzen das Wegenetz als Grundlage für das Routingsystem auch außerhalb des Straßen- und Wegenetzes.

Diese Themen sind:

  • Geländehindernisse und Wegsperren (Felsen, Gewässer und Halden)
  • Touristische Ski- und Klettergebiete und Verwaltungsgebiete zur Navigation sowie
  • Markante Geländepunkte, Hubschrauberlandeplätze und Rettungswachen

1.3. Erstellung Routingsoftware

Die Entwicklung einer Routingsoftware wurde über ein Vergabeverfahren ausgeschrieben und konnte im Ergebnis der Ausschreibung an die Ingenieurgesellschaft für Datenverarbeitung und Umweltschutz mbH (IDU) Zittau vergeben werden.

Die IDU mbH entwickelte unter der Fachberatung durch die Bergwacht Sachsen ein Routingsystem, welches für jeden beliebigen Geländepunkt innerhalb des Einsatzgebietes den optimalen Zugangsweg für die in den Rettungswachen vorhandenen Rettungsmittel berechnet.

Anforderungen, die das erstellte Routingsystem erfüllt:

  • Berechnung der zeitminimalen und entfernungsminimalen Verbindung zu vorgegebener Start-Ziel-Relation, mit Eingabe eines Zwischenziels anhand eines attributierten Straßen- und Wegenetzes
  • Ausgabe eines optimalen kombinierten/intermodalen Routings z. B. Straßenfahrzeug, Quad / Motorschlitten, zu Fuß
  • Interaktive Auswahl von Start, Ziel und des Zwischenziel per Mausklick auf der Karte oder durch Auswahl aus konkreten georeferenzierten Orten (z. B. Rettungswachen, Klettergipfel, markante Geländepunkte, Hubschrauberlandeplätze)
  • Möglichkeit der Vorgabe des Fahrzeuges (bzw. der Fahrzeuge für kombiniertes Routing) durch den Nutzer
  • Berechnung von Gebietserreichbarkeiten bei vorgegebenem Startpunkt und vorgegebener Zeitgrenze bzw. Entfernungsgrenze anhand von Attributen des Straßen- und Wegenetzes
  • Ausweisung von Klettergipfeln und anderen markanten Geländepunkten inklusive Suchfunktion
  • Ausweisung von Hubschrauberlandeplätzen einschließlich deren Suchfunktion
  • Nutzung von Geschwindigkeitsfaktoren für einzelne Streckenabschnitte und Fahrzeugtypen bzw. zu Fuß
  • Flexible Straßen- und Wegesperrenfunktion
  • Routenübertragung auf mobiles Endgerät
  • zentrale Datenverwaltung mit Internet gestütztem Datentransfer, Möglichkeit der Gebietserweiterung, zugriffsgeschützte und verschlüsselte Datenübertragung
  • Routenberechnung und -darstellung in einer grafischen Oberfläche, welche interaktiv und einfach bedienbar ist
  • Karten und Routendarstellung in verschiedenen Vergrößerungsstufen (Funktionen: Gesamtübersicht, Zoom-In, Zoom-Out, Verschieben, Objektsuche, Objektinformation auf Klick, Entfernungsmessung etc.)
  • Topografie der TK 10 als Hintergrund ab einer sinnvollen Zoomstufe
  • Bei Start und/oder Ziel außerhalb des Straßen- und Wegenetzes werden bei der Berechnung der Geschwindigkeit Attribute der Flächenbeschaffenheit und Höhenkomponenten einbezogen.

1.4. Hardware

Die Ingenieurgesellschaft für Datenverarbeitung und Umweltschutz mbH (IDU) beriet den DRK Landesverband hinsichtlich der Erstellung eines Hardwarekonzeptes einschließlich einer Kostenplanung sowie der Realisierung eines funktionsfähigen Systems.

Dieses System setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Zentrale Datenbank mit allen erforderlichen Daten auf einem separaten Server beim DRK LV Sachsen
  • Zugriffsrecht für Bergwachtbereitschaften
  • gestützter Datentransfer über Internet
  • je Rettungswache ein Notebook mit Routingsoftware
  • je Rettungswache ein mobiles Endgerät (GPS-Geräte), auf welches die berechnete Route übertragen werden kann
  • Kombigeräte Drucker/Kopierer/Scanner

Die Zentrale Datenbank befindet sich auf einem Server in der Geschäftsstelle des DRK. Alle notwendigen Aktualisierungen werden nur hier vorgenommen. Jede Rettungswache der sächsischen Bergwacht verfügt über ein Notebook mit der Routingsoftware und der Datenbank. Die Bereitschaften haben über das Internet Zugang zur Zentralen Datenbank des Servers und können von dort die aktuelle Version übernehmen.

Nach einem eingegangenen Notruf können die Einsatzkräfte der Rettungswache in ihrem Notebook umgehend ihren momentanen Standort als Startpunkt und den gemeldeten Unglücksort als Zielpunkt eingeben. Die optimale Route wird von der Software des Notebooks errechnet und kann auf die mobilen Endgeräte (GPS-Geräte) übertragen werden. Die Einsatzkräfte verfügen durch die GPS-Geräte über der Möglichkeit ständig ihre eigene Position mit der geplanten Route zu vergleichen.

Die Beschaffung der erforderlichen Hardware für das komplette System erfolgte ebenfalls im Rahmen des Projektes zur "Optimierung der Rettungsabläufe für das Einsatzgebiet der Bergwacht Sachsen in den sächsisch-tschechischen Mittelgebirgen".

2. Schwerpunkt: Öffentlichkeitsarbeit / Aufklärung

Infolge des zunehmenden Tourismus in den Wander- und Klettergebieten der sächsisch-tschechischen Mittelgebirge ist auch die potentielle Gefahr von Unfällen gestiegen. Die Anforderungen an die Bereitschaften der Bergwachtrettungsstationen sind dementsprechend hoch. Dessen ungeachtet hat die Anzahl der Einsatzkräfte sowohl bei der Bergwacht Sachsen, als auch beim tschechischen Bergrettungsdienst Horská Slu¾ba keinen entsprechenden Zuwachs erfahren. Eine Mithilfe der Bevölkerung ist vor diesem Hintergrund oftmals erforderlich. Zur Sensibilisierung der Bürger organisierte die Bergwacht Sachsen öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen und erstellte verschiede Aufklärungsmaterialien, um mit den unterschiedlichsten Medien eine breite Bevölkerungsschicht erreichen zu können.

Weitere Inhalte der Aufklärungsarbeit sind die Themen Sicherheit und Prävention von Unfällen bei der aktiven Freizeitgestaltung im Mittelgebirgsraum sowie der rücksichtsvolle Umgang mit der Natur in Form des praktizierten Umweltschutzes unter der besonderen Beachtung der Naturschutzgebiete im Einsatzgebiet der sächsischen und tschechischen Bergwacht.

Die Grundlage für die Öffentlichkeitsarbeit stellt der Erwerb eines Bergwachtfahrzeuges VW T5 (Abbildung 3) durch den DRK Landesverband dar. Bei der Ausstattung des Fahrzeuges mit den erforderlichen Rettungsmitteln und Bergungsmaterialien und bei der Umrüstung des VW T5 zu einem vollwertigen Einsatzfahrzeuges orientierte sich der Projektträger an den empfohlenen Standards, die sich bei der Bergwacht als optimal erwiesen haben. Für die Öffentlichkeitsarbeit dient das Fahrzeug einerseits zur Anschauung und Demonstration für die Bevölkerung und andererseits als Modell für die Optimierung der technischen Kompatibilität mit den Fahrzeugen und Rettungsmaterialien des Bergrettungsdienstes des Horská Slu¾ba.

Uebergabe Bus VW T5

 

Ein neues Bergwachtfahrzeug wurde am 21.06.2007 von der Firma Binz an die Bergwacht Sachsen übergeben. Das aus Mitteln der Gemeinschaftsinitiative Interreg IIIA und dem Freistaat Sachsen geförderte Fahrzeug steht nun für die Umsetzung des EU-Projektes "Optimierung der Rettungsabläufe für das Einsatzgebiet der Bergwacht Sachsen in den sächsisch-tschechischen Mittelgebirgen" zur Verfügung.

Abbildung 3: Übergabe Bergwachteinsatzfahrzeug von der Firma BINZ Ilmenau

(Quelle: DRK Online Presseartikel / Bilderarchiv Bergwacht)

Des Weiteren wurde ein Anhänger für den Transport des Motorschlittens angeschafft, der darüber hinaus bei Öffentlichkeitsveranstaltungen als mobiler Informationsstand zum Einsatz kommt.

Der Projektträger erwarb im Rahmen des EU-Projektes den Motorschlitten Lynx Yeti und einen Lastenanhängerschlitten. Neben dem Einsatz zur Kategorisierung des Wegenetzes unter Winterbedingungen wurde der Motorschlitten als Modell für die Optimierung der technischen Kompatibilität mit den Fahrzeugen des Bergrettungsdienstes des Horská Slu¾ba in den Skigebieten angeschafft.

Der zweisprachige Informations-Flyer "Ihr Rettungsdienst in den Bergen" des Projektes INTEREG IIIA "Grenzüberschreitende Bergrettung in Sachsen" von 2004 bis 2006 wurde in der bewährten Form als Neuauflage mit einer Stückzahl von 3000 Exemplaren auch in diesem Projekt gedruckt. Er wird bei allen Veranstaltungen der Bergwacht verteilt und für die Öffentlichkeitsarbeit den Bereitschaften zur Verfügung stehen.

Mit der Produktion eines "Imagefilm-Bergwacht" durch die Artifical Illusions Film OHG Dresden ist der Bergwacht Sachsen nun die Möglichkeit gegeben, bei Veranstaltungen des Deutschen Roten Kreuzes und der Bergwacht Sachsen die Arbeit des Bergrettungsdienstes werbewirksam zu präsentieren.

Im Mittelpunkt der Verfilmung steht die ehrenamtliche Arbeit der Rettungskräfte aller Bergwachtabschnitte. Die verschiedenen Bereiche der Bergrettung, gegliedert in Fels-, Winter-, Höhlen und Luftrettung, wird der Bevölkerung mit diesem Film nun eindrücklich näher gebracht. Der Imagefilm über die Bergwacht umfasst eine Sendedauer von ca. 10 Minuten.

Resultat des zweiten Projektschwerpunktes ist überdies eine Zusammenstellung von "Footagematerials", welches für die Berichterstattung auf TV-Sendern sowie zur Verwendung auf Pressekonferenzen zur Verfügung steht.

Mit einer Postkartenaktion soll öffentlichkeitswirksam Werbung für die ehrenamtliche Arbeit der Bergwacht betrieben werden. Die Postkarten wurden in einer Auflagenstärke von 1800 Stück gedruckt und zeigen die Arbeit der Einsatzkräfte durch drei verschiedene Motive bei der Felsrettung, der Winterrettung und bei der Bergung durch die Luftretter.

Als Dienstleistung durch Dritte entstanden große Informationstafeln, die auf einem mobilen Messeständersystem montiert werden. Das notwendige Equipment beschaffte der DRK Landesverband ebenfalls im Rahmen des zweiten Projektschwerpunktes.

Gegen Ende des Projektes zur "Optimierung der Rettungsabläufe für das Einsatzgebiet der Bergwacht Sachsen in den sächsisch-tschechischen Mittelgebirgen" konnte die Internetseite der Bergwacht Sachsen auf dem Portal des DRK Landesverband Sachsen fertiggestellt werden. Alle Interessierten haben nun die Möglichkeit, sich über das durch die EU Gemeinschaftsinitiative geförderte Projekt sowie über die Arbeit der Bereitschaften der Bergwacht im Internet zu informieren.

3. Schwerpunkt: Teilnehmerqualifizierung / Erfahrungsaustausch

Der dritte Projektschwerpunkt beschäftigt sich mit der Realisierung einer qualitativ hochwertigen grenzüberschreitenden Bergrettung im Bereich der Teilnehmerqualifizierung.

Ziel ist es, dass die eingesetzte Technik beider Organisationen kompatibel ist, die Ausbildung auf einem hohen einheitlichen Niveau erfolgt und Handlungsabläufe während einer Rettung bzw. Bergung relativ identisch umgesetzt werden.

3.1. Neustrukturierung der Ausbildung / Neufassung des Lehrbuches Bergwacht

Im Projektzeitraum wurde eine neue Struktur der Bergwachtausbildung erarbeitet, die als Modell für eine grenzüberschreitend einheitliche Qualifizierung der Rettungskräfte genutzt werden kann. Die Ausbildung ist nun in verschiedene Module gegliedert. Eine gemeinsame Grundausbildung bildet die Basis für alle Bereiche der Bergrettung. Erst im Anschluss an die Grundausbildung erfolgt die fachliche Spezialisierung in die Bereiche Felsrettung oder Winterrettung.

Eine Sonderausbildung in den Richtungen Höhlenrettung, Luftrettung oder als Ausbilder der Fachbereiche Winterrettung, Felsrettung oder Höhlenrettung ist erst nach erfolgreichem Abschluss der entsprechenden Anwärterprüfung möglich.

Alle Kapitel des Lehrbuches der Bergwacht Sachsen wurden hinsichtlich der Struktur und der Inhalte komplett überarbeitet. Die Gliederung des Lehrbuches orientiert sich an der neuen Aufteilung der Ausbildung in die Module:

  • 1. Grundausbildung
  • 2. Ausbildung Felsrettung
  • 3. Ausbildung Winterrettung

Das Lehrbuch wurde mit einer Auflage von 200 Stück neu gedruckt. Die tschechische Übersetzung des Lehrbuches war leider zum Abschluss des Projektes noch nicht beendet und konnte somit auch nicht mehr bei der Drucklegung berücksichtigt werden.

3.2. Sprachkurs "Tschechisch" für die Ehrenamtlichen der Bergwacht Sachsen

Der Sprachkurs "Tschechisch" fand vom 16.01.2008 bis zum 18.06.2008 sowohl als Abendveranstaltungen in den Schulungsräumen der Geschäftsstelle des DRK Landesverbandes als auch als Blockveranstaltungen am Wochenende statt. Er umfasste 80 Unterrichtseinheiten. Zur praktischen Anschauung fand zudem eine Veranstaltung im Hygienemuseum statt.

An dem Sprachkurs nahmen 11 ehrenamtliche Kameradinnen und Kameraden der Bergwacht Sachsen erfolgreich teil.

Die Abschlussveranstaltung wird vom 21.06.2008 bis zum 22.06.2008 in der Bergrettungsstation Telnice des Horská Slu¾ba stattfinden. In Form eines aktiven Kommunikationstrainings und bei Übungen mit den bergwachtspezifischen Ausstattungsgegenständen wird gemeinsam mit den tschechischen Kameraden der gelernte Unterrichtsstoff angewendet und gefestigt.

3.3. Schulungen, Veranstaltungen, Testläufe zum Routingsystem

Die Teilnehmerqualifizierung und der Erfahrungsaustausch der sächsischen Bergwacht untereinander und mit dem Rettungsdienst des Horská Slu¾ba erfolgte durch verschiedene Veranstaltungen, Geländeerkundungen, Schulungsmaßnahmen, der internationalen Ärztetagung und dem Bergwacht-Sommercamp, die im folgenden Abschnitt näher vorgestellt werden.

Beratungsgespräche zur Projekteinweisung

In der Bereitschaft Zittau und in den Räumlichkeiten des DRK Landesverbandes fanden im November 2006 für Vertreter aller Bereitschaften der Bergwacht Sachsen Einweisungsveranstaltungen für das neue Projekt mit dem Thema "Optimierung der Rettungsabläufe für das Einsatzgebiet der Bergwacht Sachsen in den sächsisch-tschechischen Mittelgebirgen" statt.

Geländeerkundung bei Kategorisierung des Wegenetzes

Die Kategorisierung des Wegenetzes anhand der topographischen Karten (TK 10), die die Voraussetzung für die Entwicklung des Routingsystems darstellte, wurde bewusst nicht als Dienstleistung an Dritte vergeben, sondern sollte durch die Ehrenamtlichen der Bergwacht Sachsen erfolgen. Für die Mitglieder der verschiedenen Bereitschaften stellte diese intensive Geländeerkundung ihres Einsatzgebietes eine Form der Teilnehmerqualifizierung dar. Die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden sind alle für die Bergrettung relevanten Zugangswege, von denen die Kategorie der Befahrbarkeit nicht eindeutig bekannt war, abgelaufen bzw. abgefahren. Dabei mussten sie die Geländestrukturen aufmerksam studieren, Hindernisse katalogisieren, sowie die befahrbaren Grenzübergangsstellen außerhalb des öffentlichen Straßennetzes kennzeichnen. Die Ehrenamtlichen hatten durch die Kategorisierung der Zugangswege die Möglichkeit, sich intensiv mit ihrem Einsatzgebiet auseinander zu setzen und profitierten bereits bei nachfolgenden Rettungseinsätzen von der genaueren Geländekenntnis. An der Kategorisierung beteiligten sich ca. 60 ehrenamtliche Kameradinnen und Kameraden der verschiedenen Bereitschaften.

Kooperationsgespräche Horská Slu¾ba und sächsische Bergwacht

Vom 07.01.2007 bis zum 09.01.2007 fanden in Bo?í Dar Kooperationsgespräche zwischen dem Horská Slu¾ba und der sächsische Bergwacht statt. Vertreter beider Bergrettungsdienste berieten sich zum Ablauf und zur Umsetzung der gestellten Ziele des EU Projektes.

EU-Beauftragtentreffen des DRK in Dresden

Der Projektassistent nahm am EU-Beauftragtentreffen (Abbildung 4) des DRK in Dresden teil und präsentierte die bisherigen Resultate und informierte über die weiteren Ziele des EU Projektes der Bergwacht Sachsen. Bei dieser Veranstaltung erreichte der Projektträger 

25 Personen.

Am 5. und 6. Juni 2007 fand die 24. Beratung der EU-Beauftragten des DRK-Generalsekretariats in Dresden statt.

Rüdiger Unger, Vorsitzender des Vorstandes des Landesverbandes Sachsen, hieß die Teilnehmer in Dresden herzlich willkommen. An der Tagung nahmen u.a. EU-Beauftragte aus 16 DRK Landesverbänden, aus projekterfahrenen Kreisverbänden und Vertreter aus anderen sächsischen Wohlfahrtsverbänden (AWO, Caritasverband und Diakonisches Werk) teil.

Im Mittelpunkt des Treffens standen die Aufgaben und Möglichkeiten der aktiven Beteiligung des DRK im Prozess der europäischen Strukturpunktpolitik für die Jahre 2006 bis 2013. Präsentationen der ESF-Verwaltungsbehörde des SMWA und der Sächsischen Aufbaubank zur neuen EU-Förderpolitik in Sachsen demonstrierten vielfältige Ansätze für die Partizipation des DRK bei der Umsetzung bzw. Nutzung der EU-Fördermöglichkeiten

Abbildung 4: Presseartikel zum EU-Beauftragtentreffen ( Quelle: DRK Online Presseartikel)

 

Bergwacht-Sommercamp in der Sächsischen Schweiz

Das Bergwacht-Sommercamp ist ein Ausbildungslager für die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden der sächsischen Bergwacht und fand vom 15.06.2007 bis zum17.06.2007 auf dem Campingplatz Ostrauer Mühle in der Sächsischen Schweiz statt.
Angereist waren 55 aktive Mitglieder aus dem gesamten Einsatzgebiet der Bergwacht Sachsen vom Zittauer Gebirge bis zum Vogtland.

Die Teilnehmer hatten am Samstag die Möglichkeit an mehreren Übungsstationen im Rauensteingebiet spezielle Rettungstechniken zu erlernen und zu üben.

Im Zuge der klettersportlichen Ausbildung wurde am Sonntag in den Schrammsteinen je nach Wunsch und Leistungsvermögen in verschiedenen Schwierigkeiten geklettert.

Besuch Bundesreferent Bergwacht

Der Besuch des Bundesreferenten in der Bergwacht Sachsen gestattete dem Projektträger das laufende EU Projekt auf Bundesebene zu präsentieren und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. An der Projektdiskussion vom 22.08.2007 in Rosenthal und Geising nahmen Vertreter der Landes- und der Bundesebene teil.

Deutsch-Tschechische Ausbilderschulung

In der Brand-Baude Hohenstein in der Sächsischen Schweiz veranstaltete die Bergwacht Sachsen vom 14.09.2007 bis zum 16.09.2007 die Deutsch-Tschechische Ausbilderschulung. Sowohl Teilnehmer der sächsischen Bereitschaften als auch des Horská Slu¾ba absolvierten diese Fortbildung. Als Gastvortrag erteilte die Firma Weinmann eine Einweisung in den Sanitätskoffer Rescue Pack. Wichtige Themen der Ausbilderschulung waren die Sicherung der Korbtrage und der Pulka, Spaltenbergung, Grundlagen der Luftrettung, 2-sprachiges Bergwacht-Lehrbuch und Lawinenkunde. Das gemeinsame Klettern bildete den Abschluss der Veranstaltung.

Kameraden des Horská Slu¾ba und der Bergwacht Sachsen übten im Rahmen der Deutsch-Tschechischen Ausbilderschulung gemeinsam die Sicherung der Korbtrage

Kameraden des Horská Slu¾ba und der Bergwacht Sachsen übten im Rahmen der Deutsch-Tschechischen Ausbilderschulung gemeinsam die Sicherung der Korbtrage

Abbildung 5 und 6: Kameraden des Horská Slu¾ba und der Bergwacht Sachsen übten im Rahmen der Deutsch-Tschechischen Ausbilderschulung gemeinsam die Sicherung der Korbtrage (Quelle: Bilderarchiv Bergwacht)

8. Internationale Bergwacht-Ärztetagung der Bergwacht Sachsen

Die 8. Internationale Bergwacht-Ärztetagung der Bergwacht Sachsen fand im Rahmen des EU-Projektes vom 26.10. bis 28.10.2007 in Oybin im Zittauer Gebirge statt. 15 Referenten der Bergwacht informierten über die neuesten medizinischen Kenntnisse im Bereich der Bergrettung, sowie weitere bergwachtspezifische Themen.

Inhalte des Tagungsprogramms der 8. Bergwacht Ärztetagung waren die Strategie und Taktik bei der Vermisstensuche der Bergwacht, die neue Ausbildungsstruktur der Grundausbildung Notfallmedizin der Bergwacht, Narkose im Rettungsdienst unter den Bedingungen im Gebirgseinsatz, Elektrolytstörungen beim Bergsport, sowie typische Verletzungen der oberen Extremitäten und des Thorax beim Bergsport. Darüber hinaus wurden die Inhalte des EU-Projektes und die Arbeit der Bergrettung in Polen und der tschechischen Bergrettungsorganisation Horská Slu¾ba vorgestellt .

Die Bereitschaft der Bergwacht Zittau präsentierte in einer praktischen Übung den Einsatzablauf einer Bergrettung. Am Berg Oybin wurden in einer Vorführung zwei Kletterer aus der Wand geborgen (Abbildung 7).

Zum Abschluss stellte die Bergwacht Zittau in einer Präsentation die technische Ausstattung der Bergwacht vor und regte in einem Forum die Diskussion zum Thema Standardausstattung Notfallrettung in der Bergwacht an. Die 8. Bergwacht Ärztetagung wurde von 71 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet sowie von Bergrettern aus Tschechien und Polen besucht.

 

8. Bergwacht-Ärztetagung

Die achte Bergwacht-Ärztetagung fand vom 26.-28.10.2007 in Oybin statt. Sie wurde durchgeführt von der Bergwacht Sachsen und ausgerichtet von der Bereitschaft Zittau. Neben zahlreichen spannenden Fachvorträgen bildeten eine Schaurettungsübung sowie eine Führung über den Berg Oybin mit dem Burgvogt Dirk Keil weitere Höhepunkte für die ca. 70 Teilnehmer der Veranstaltung

Als Gäste konnten Herr Schwarzbach vom Landratsamt Löbau-Zittau und der Bürgermeister der Gemeinde Lückendorf-Oybin, Herr Goth, sowie der Referent der Bergwacht im Generalsekretariat des DRK, Jörg Haas, Ärzte des tschechischen Bergrettungsdienstes Horská Slu¾ba, deren technischer Leiter und Kameraden des polnischen Bergrettungsdienstes Gopr begrüßt werden Abbildung 7: Schauvorführung einer Bergrettung im Rahmen der 8.Bergwacht-Ärztetagung

( Pressequelle: DRK Online Presseartikel / Bilderarchiv Bergwacht)

Testläufe Routingsystem

Erste Testläufe wurden nach der Erstellung des Routingsystems durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Routingsoftware mit den Konstellationen im Gelände übereinstimmt. Entsprechende Anpassungen konnten von der Ingenieur­gesellschaft für Datenverarbeitung und Umweltschutz mbH (IDU) schon vorgenommen werden.

Landesausschuss Bergwacht

Am 19.04.2008 trafen sich Kameradinnen und Kameraden der Bergwacht­bereitschaften zu einer projektspezifischen Teilnehmerschulung. Das Gremium des Landesausschusses wurde ausführlich über den Stand des EU Projektes und die Funktionsweise des Routingsoftware informiert.

 

Im Verlauf des Projektes nahmen insgesamt ca. 350 Mitglieder der Bergwacht Sachsen und des Horská Slu¾ba an den unterschiedlichsten Veranstaltungen und Teilnehmerqualifizierungen teil. Nicht nur die anwesenden Vertreter der Bereitschaften profitierten von den Fortbildungen sondern alle ehrenamtlich tätigen Kameradinnen und Kameraden der Bergwacht Sachsen partizipieren von den Resultaten des durch die EU-Gemeinschaftsinitiative geförderten Projektes. Darüber hinaus konnte eine breite Öffentlichkeit durch das Projekt erreicht werden.

Projektabschluss / Bilanz

Für das durch die EU-Gemeinschaftsinitiative geförderte Projekt zur "Optimierung der Rettungsabläufe für das Einsatzgebiet der Bergwacht Sachsen in den sächsisch-tschechischen Mittelgebirgen" kann insgesamt eine sehr positive Bilanz gezogen werden.

Die drei Projektschwerpunkte wurden umfangreich bearbeitet und die Zielstellungen wurden nahezu vollständig erreicht.

Auf Grund von Verzögerungen im Zuwendungsverfahren konnte das Projekt jedoch erst am 06. November 2006, statt wie geplant am 01. Juli 2006 begonnen werden. In Anbetracht des verkürzten Projektzeitraumes und des widererwartend hohen Verwaltungsaufwandes konnten die Projektschwerpunkte allerdings nur mit einem erhöhten Aufwand und viel Engagement der Projektbearbeiter realisiert werden.

Zudem konfrontierten die komplexen Ausschreibungsmodalitäten zur Vergabe des Auftrages für die Erstellung einer Routingsoftware den Projektträger mit unerwarteten Anforderungen, die zu Verzögerungen in der Projektumsetzung führten.

Der DRK Landesverband, als Projektträger, unternahm große Anstrengungen für eine enge Zusammenarbeit mit dem Bergrettungsdienst des Horská Slu¾ba. Viele Gespräche wurden geführt und wiederholt Impulse für eine partnerschaftliche Umsetzung der Projektschwerpunkte gesetzt. Die Kameraden des Horská Slu¾ba nahmen im Verlauf des Projektes an den verschiedensten Teilnehmerqualifizierungen teil.

Die Tatsache, dass im regionalen Bereich schon nachhaltige Kooperationen geschlossen werden konnten und mehrfach erste gemeinsame Dienste und Rettungseinsätze, die zum Teil auch grenzüberschreitend erfolgten, durchgeführt wurden, stellt eine gute Basis für eine weitere Zusammenarbeit der Bergwacht Sachsen mit der Horská Slu¾ba dar.

Die sehr guten Kontakte der DRK-Bergwacht zum tschechischen Bergrettungsdienst "Horská Slu¾ba", die bereits schon seit Jahren bestehen, konnten im Rahmen des EU-Projektes ausgebaut und durch zahlreiche Aktivitäten weiter intensiviert werden. Dieser Prozess ist mit dem Auslaufen des Projekts nicht abgeschlossen. Die DRK-Bergwacht wird auch weiterhin das Ziel verfolgen, abseits der zivilen Infrastruktur und unabhängig von nationalen Grenzen und in Zusammenarbeit mit Horská Slu¾ba für alle Bürger und deren Gäste in der Grenzregion fachkundige Hilfeleistung sicherzustellen.